Die Wildcats des SV UNION Halle-Neustadt haben auch im wichtigen Auswärtsspiel bei FRISCH AUF Göppingen keinen Befreiungsschlag landen können. Vor 2.807 Zuschauern in der EWS-Arena unterlag das Team von Trainerin Ines Seidler am Sonntagnachmittag mit 25:28 (14:13). Damit steht endgültig fest: Die Wildcats müssen den Weg über die Relegation gehen. Dort wartet Anfang Juni entweder der HC Leipzig oder die Spreefüchse Berlin. Das Hinspiel steigt am 03. Juni 2026 um 19:00 Uhr in der SWH.arena. Die Niederlage in Göppingen wirkte dabei wie eine Kopie der vergangenen Wochen. Über weite Strecken kontrollierten die Wildcats das Spiel, überzeugten phasenweise mit starker Abwehrarbeit und klaren Lösungen im Angriff – doch erneut brach das Spiel in der entscheidenden Phase auseinander. Fehlwürfe, technische Fehler und zu viele riskante Pässe kosteten die Hallenserinnen am Ende erneut wichtige Punkte. Besonders bitter: Die Wildcats mussten in Göppingen auf Rückraumspielerin Lynn Molenaar verzichten, die verletzungsbedingt fehlte. Dennoch zeigte das Team zunächst eine starke Reaktion.
Starker Start der Wildcats – Außen setzen frühe Akzente
Die Anfangsphase gehörte klar den Wildcats. Zwar traf Göppingens Lea Neubrander bereits nach 36 Sekunden zum 1:0, doch Halle-Neustadt antwortete entschlossen. Vor allem über die Außenpositionen entwickelten die Wildcats früh Tempo und Spielfreude. Lilli Röpcke und Emma Hertha sorgten mit sehenswert herausgespielten Treffern für Sicherheit im Angriffsspiel. Röpcke erzielte zunächst den Ausgleich und brachte die Wildcats anschließend mit 2:1 in Führung. Emma Hertha erhöhte wenig später auf 3:1 und 4:2. Immer wieder gelang es Halle-Neustadt, die Göppinger Defensive über schnelle Ballstafetten auseinanderzuziehen. Nach elf Minuten führten die Wildcats bereits mit 7:4.
Auch defensiv präsentierte sich das Team zunächst aufmerksam. Besonders Göppingens gefährliche Rückraumspielerin Sina Ehmann hatten die Wildcats in dieser Phase gut im Griff. Die Gastgeberinnen fanden kaum einfache Lösungen gegen die kompakte Deckung der Hallenserinnen. Nach dem 9:5 durch Lilli Röpcke und dem 10:5 von Lea Gruber schien Halle-Neustadt die Partie früh kontrollieren zu können. Röpcke überzeugte dabei mit hoher Effektivität von außen, Emma Hertha setzte immer wieder starke Eins-gegen-eins-Aktionen. Auch Madeleine Östlund brachte Stabilität ins Angriffsspiel. Doch wie schon in den vergangenen Wochen schafften es die Wildcats nicht, ihre gute Ausgangsposition konsequent zu nutzen.
Wildcats verlieren vor der Pause den Rhythmus
Ab Mitte der ersten Halbzeit begann Göppingen sich Stück für Stück zurückzukämpfen. Haruno Sasaki übernahm zunehmend Verantwortung im Rückraum, während Stephanie Elies wichtige Treffer aus dem erweiterten Rückraum erzielte. Die Wildcats ließen in dieser Phase mehrere gute Möglichkeiten ungenutzt liegen. Einige Angriffe wurden zu hektisch abgeschlossen, zudem häuften sich technische Fehler. Trotz einer zwischenzeitlichen 12:6-Führung gelang es Halle-Neustadt nicht, sich entscheidend abzusetzen. Nach einer Auszeit von Ines Seidler beim Stand von 12:9 stabilisierte sich das Spiel zwar kurzfristig. Östlund traf zum 13:9 und 14:10, doch Göppingen blieb dran. Eine Zeitstrafe gegen Madeleine Östlund in der 26. Minute brachte zusätzlich Unruhe ins Spiel. Sasaki verkürzte per Siebenmeter, ehe Luisa Scherer und Sina Ehmann den Rückstand bis zur Pause auf nur noch ein Tor reduzierten. Mit einer knappen 14:13-Führung gingen die Wildcats dennoch in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel erwischte Halle-Neustadt zunächst erneut den besseren Start. Marie Polakova und Emma Hertha erhöhten auf 16:13, Lea Gruber und Viktoria Marksteiner hielten den Vorsprung weiter stabil. Besonders positiv: Die Wildcats verteidigten nun wieder aggressiver und bekamen Göppingens zentrale Spielerinnen zunächst erneut gut unter Kontrolle. Beim 21:17 durch Madeleine Östlund in der 39. Minute schien das Momentum wieder auf Seiten der Wildcats zu liegen.
Ab der 40. Minute kippt das Spiel komplett
Doch genau ab diesem Zeitpunkt kippte die Partie erneut. Göppingen erhöhte den Druck, während die Wildcats zunehmend nervöser wirkten. Besonders im Spielaufbau unterliefen Halle-Neustadt nun zu viele Fehler. Riskante Pässe fanden ihre Mitspielerinnen nicht mehr, landeten im Seitenaus oder direkt bei den Gastgeberinnen. Ann Kynast, Gianina Bianco und Stephanie Elies nutzten diese Unsicherheiten konsequent aus. Innerhalb weniger Minuten drehte Göppingen den Rückstand in eine eigene Führung. Vom 18:21 arbeiteten sich die Gastgeberinnen über 20:21 und 22:22 bis zum 24:22 in Führung.
Die Wildcats wirkten nun gehemmt und fanden offensiv kaum noch klare Lösungen. Zwar stemmte sich insbesondere Lea Gruber mit wichtigen Treffern gegen die Niederlage, doch die Partie glitt Halle-Neustadt endgültig aus den Händen. In der Schlussphase sorgten weitere Ballverluste und hektische Abschlüsse dafür, dass Göppingen die Führung verteidigen konnte. Nach dem 26:24 durch Ann Kynast setzte FRISCH AUF in der Schlussminute durch Gianina Bianco den entscheidenden Treffer zum 27:24. Marie Polakova verkürzte zwar noch einmal, doch Lea Watzl stellte mit der Schlusssirene den 28:25-Endstand her. Die erfolgreichsten Torschützinnen der Wildcats waren Emma Hertha, Lea Gruber, Lilli Röpcke und Madeleine Östlund mit jeweils fünf Treffern. Für Göppingen überzeugten Ann Kynast, Sina Ehmann und Haruno Sasaki mit jeweils fünf Toren.
Blick voraus: Zwei Spiele bis zur Relegation
Durch die Niederlage in Göppingen steht nun endgültig fest, dass die Wildcats den Gang in die Relegation antreten müssen. Gleichzeitig profitieren auch die direkten Konkurrenten: Mit der Niederlage der Hallenserinnen haben sowohl der Buxtehuder SV als auch der BSV Sachsen Zwickau den Klassenerhalt in der 1. Handball Bundesliga Frauen sicher. Für die Wildcats geht es in den verbleibenden beiden Play-off-Partien nun darum, sich bestmöglich auf die entscheidenden Relegationsspiele Anfang Juni vorzubereiten. Bereits am kommenden Wochenende wartet dabei noch einmal ein emotionales Derby: In der SWH.arena empfängt Halle-Neustadt den BSV Sachsen Zwickau.
Auch wenn das Derby tabellarisch keine Auswirkungen mehr haben wird, dürfte die Partie dennoch viel Brisanz und Emotionen mit sich bringen. Für die Wildcats bietet das Spiel die Chance, Selbstvertrauen zu tanken, Abläufe zu stabilisieren und mit einem positiven Gefühl in die alles entscheidenden Wochen zu gehen. Der Fokus richtet sich damit zunehmend auf die Relegation gegen den HC Leipzig oder die Spreefüchse Berlin. Das Hinspiel findet am Mittwoch, 03. Juni 2026, um 19:00 Uhr in der SWH.arena statt.
Statistik zum Spiel
FRISCH AUF Göppingen vs. SV UNION Halle-Neustadt 28:25 (13:14) – 1. Handball Bundesliga Frauen | Play-offs | 17.05.2026
EWS-Arena Göppingen | 2.807 Zuschauer
SV UNION Halle-Neustadt
Sofie Kruggel, Nicola Czaja – Viktoria Marksteiner (1), Madeleine Östlund (5), Fabienne Büch (1/1), Emma Hertha (5), Lea Gruber (5), Marie Polakova (3), Lilli Röpcke (5), Tina Wagenlader, Maksi Pallas, Tabea Wipper, Cara Reuthal, Tena Petika, Lucy Strauchmann
FRISCH AUF Göppingen
Petra Hlogyik, Celina Meißner – Ann Kynast (5), Gianina Bianco (4), Mariel Beugels (1), Sina Ehmann (5), Haruno Sasaki (5/3), Stephanie Elies (3), Lea Neubrander (2), Lea Watzl (1), Luisa Scherer (1), Lara Däuble (1)
Siebenmeter
Göppingen: 2/3
Wildcats: 1/1
Zeitstrafen
Göppingen: 2
Wildcats: 1
Schiedsrichter
Paul Kijowsky / Lukas Strüder