Wildcats verpassen sensationelle Aufholjagd gegen Oldenburg nur knapp

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WILDCATS

Was für eine zweite Halbzeit in der SWH.arena! Die Wildcats haben am Mittwochabend gegen den VfL Oldenburg eine beeindruckende Aufholjagd gezeigt, standen am Ende aber dennoch mit leeren Händen da. Nach einem deutlichen 11:20-Halbzeitrückstand kämpfte sich der SV UNION Halle-Neustadt zurück und glich wenige Sekunden vor dem Ende tatsächlich zum 32:32 aus. Doch der formstarke Tabellenviert​e aus Oldenburg hatte die letzte Antwort und sicherte sich vor 754 Zuschauern einen denkbar knappen 33:32-Auswärtssieg.

Dabei begann die Begegnung für die Wildcats durchaus vielversprechend. Nach dem frühen Rückstand brachte Nele Wenzel die Gastgeberinnen mit 2:1 in Führung. Auch in den folgenden Minuten hielt die Mannschaft von Trainer Pether Krautmeyer zunächst gut mit. Marie Polakova und Lois van Vliet sorgten für weitere Führungen, ehe Wenzel in der zwölften Minute das 6:5 erzielte. Doch anschließend verloren die Wildcats zunehmend ihren Rhythmus. Im Angriff wurde immer wieder der Weg über den Kreis gesucht. Oldenburg hatte sich darauf gut eingestellt, stellte die Anspielstationen konsequent zu und erschwerte den Hallenserinnen damit das Angriffsspiel. Fehlpässe und Ballverluste waren die Folge. Die Gäste nutzten diese Situationen mit ihrem schnellen Tempospiel konsequent aus. Besonders die schnelle Mitte stellte die Wildcats immer wieder vor Probleme. Innerhalb weniger Minuten drehte Oldenburg einen 5:6-Rückstand in eine 10:6-Führung. Auch die erste Auszeit von Pether Krautmeyer konnte den Lauf der Gäste zunächst nicht stoppen. Während die Wildcats im Angriff weiterhin Schwierigkeiten hatten, fanden die Oldenburgerinnen immer besser in die Begegnung. Angeführt von Toni-Luisa Reinemann und Joanna Granicka bauten die Gäste ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Kurz vor der Pause stand es bereits 19:10, ehe Lois van Vliet noch einmal verkürzte. Mit einem deutlichen 11:20-Rückstand ging es schließlich in die Kabinen.

Überschattet wurde die erste Halbzeit von einer Verletzung auf Oldenburger Seite. Lara Sophie Müller, die bis dahin zweimal getroffen hatte, verletzte sich an der Hand und musste mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Der SV UNION Halle-Neustadt wünscht ihr auf diesem Weg gute Besserung und eine schnelle Genesung.

Wildcats finden nach der Pause zurück ins Spiel

Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Wildcats zunächst verbessert. Zwar erhöhte Oldenburg auf 21:11, doch Nele Wenzel, Fabienne Büch und Marie Polakova hielten die Gastgeberinnen im Spiel. Allerdings blieb der Rückstand zunächst deutlich. Oldenburg nutzte seine Chancen weiterhin und führte in der 44. Minute sogar mit 26:15. Zu diesem Zeitpunkt deutete wenig darauf hin, dass die Partie noch einmal spannend werden könnte. Doch die Wildcats gaben sich nicht auf. Mit zunehmender Spieldauer fanden die Hallenserinnen auch defensiv besseren Zugriff und konnten das hohe Tempo der Gäste häufiger unterbinden. Im Angriff wurden die Chancen nun konsequenter genutzt. Nach dem 18:29 in der 47. Minute begann eine beeindruckende Aufholjagd. Fabienne Büch übernahm Verantwortung und erzielte wichtige Treffer. Auch Maksi Pallas, Valerie Smits und Viktoria Marksteiner brachten neue Energie in das Angriffsspiel. Besonders auffällig war, dass die Wildcats auch in Unterzahl erfolgreich blieben und Oldenburg immer stärker unter Druck setzten. Beim 23:30 in der 52. Minute nahm Gäste-Trainer Niels Bötel eine Auszeit. Doch die Wildcats ließen sich nicht mehr aus ihrem Rhythmus bringen. Über 26:30 und 28:31 verkürzten sie den Rückstand immer weiter.

Dramatische Schlussphase begeistert die SWH.arena

Mit jedem Treffer wurde die Stimmung in der Halle intensiver. Die Zuschauer spürten, dass ihre Mannschaft trotz des zwischenzeitlich deutlichen Rückstands noch einmal die Chance auf einen Punktgewinn bekommen könnte. Als Valerie Smits in der 57. Minute zum 29:31 traf, war die Begegnung endgültig wieder offen. Oldenburg antwortete durch Toni-Luisa Reinemann zum 32:29, doch die Wildcats kämpften weiter. Viktoria Marksteiner und Fabienne Büch verkürzten innerhalb weniger Sekunden auf 31:32. In der Schlussphase setzte Trainer Pether Krautmeyer auf das Spiel mit sieben Feldspielerinnen und nahm dafür die Torhüterin aus dem Spiel. Diese mutige Entscheidung schien sich zunächst auszuzahlen. 15 Sekunden vor dem Ende erzielte Viktoria Marksteiner tatsächlich den umjubelten Ausgleich zum 32:32. Die SWH.arena stand Kopf. Doch die Freude währte nur wenige Sekunden. Oldenburg reagierte blitzschnell und Toni-Luisa Reinemann traf postwendend in das verwaiste Wildcats-Tor zum 33:32. Pether Krautmeyer nahm noch einmal eine Auszeit, um den letzten Angriff vorzubereiten. Die Hallenserinnen bekamen tatsächlich noch eine Möglichkeit zum Ausgleich, doch Marie Polakova scheiterte an VfL-Torhüterin Madita Kohorst. Damit blieb die große Aufholjagd unbelohnt.

Eine Halbzeit zum Vergessen, eine zum Mutmachen

Die Zahlen verdeutlichen die beiden unterschiedlichen Halbzeiten. Während die Wildcats vor der Pause lediglich elf Treffer bei einer Wurfquote von 44 Prozent erzielten, gelangen ihnen nach dem Seitenwechsel 21 Tore bei einer Quote von 68 Prozent. Beste Torschützin der Wildcats war Fabienne Büch mit sechs Treffern. Dahinter folgten Viktoria Marksteiner, Lea Gruber und Nele Wenzel mit jeweils vier Toren. Auf Oldenburger Seite waren Toni-Luisa Reinemann mit acht und Joanna Granicka mit sieben Treffern am erfolgreichsten. Am Ende überwiegt die Enttäuschung über eine knappe Niederlage, die vor allem durch die schwache erste Halbzeit zustande kam. Gleichzeitig zeigte die Mannschaft von Pether Krautmeyer mit ihrer kämpferischen Leistung nach dem Seitenwechsel, welche Möglichkeiten in ihr stecken. Die nächste Aufgabe wartet am Samstag, 21. November 2026. Dann steht um 19:00 Uhr das nächste Ostderby beim HC Leipzig im Sportcenter Markranstädt auf dem Programm.


Statistik und Links zum Spiel

SV UNION Halle-Neustadt – VfL Oldenburg 32:33 (11:20)

Wildcats: Nicola Czaja, Marijana Ilic, Lena Schmid – Fabienne Büch (6/1), Viktoria Marksteiner (4), Lea Gruber (4), Nele Wenzel (4), Marie Polakova (3), Lois van Vliet (3), Maksi Pallas (2), Valerie Smits (2), Tina Wagenlader (1), Emma Hertha (1), Lynn Holtman (1), Paulina Stapurewicz (1), Ilona Kieffer.

Siebenmeter: 1/1 – 2/4

Zeitstrafen: 4 – 1

Schiedsrichter: Felix Henker / Stefan Schirmacher

Zuschauer: 754