Die WILDCATS des SV UNION Halle-Neustadt haben zum Auftakt in die neue Saison der ALSCO Handball Bundesliga Frauen einen Punktgewinn knapp verpasst. Vor 641 Zuschauern in der SWH.arena unterlag die Mannschaft von Cheftrainer Pether Krautmeyer der TuS Metzingen mit 30:32 (13:15). Dabei zeigten die Hallenserinnen vor allem in der Anfangsphase, welches Potenzial in der neu formierten Mannschaft steckt. Die WILDCATS starteten mit Lois van Vliet, Lea Gruber, Lynn Holtman, Tina Wagenlader, Emma Hertha und Marie Polakova sowie Lena Schmid im Tor. In der Abwehr kam zudem Ilona Kieffer zum Einsatz. Für Schmid war es zugleich der erste Einsatz in der 1. Handball Bundesliga. Und der Neuzugang erwischte einen starken Start: Gleich mit mehreren Paraden gab sie ihrer Mannschaft Sicherheit und war ein wichtiger Faktor dafür, dass die Gastgeberinnen gut in die Partie fanden. Auch offensiv funktionierte zu Beginn vieles. Lea Gruber erzielte nach etwas mehr als drei Minuten das erste Tor der neuen Bundesliga-Saison für die WILDCATS. Tina Wagenlader erhöhte wenig später auf 2:0. Über Emma Hertha und Marie Polakova setzte sich Halle-Neustadt zunächst auf 4:1 ab, beim 5:2 durch Gruber nach gut acht Minuten hatten die Gastgeberinnen weiterhin drei Tore Vorsprung. Metzingen fand anschließend jedoch zunehmend besser ins Spiel. Gabriela Bitolo sorgte mit mehreren Treffern dafür, dass die TUSSIES beim 6:6 erstmals ausgleichen konnten. Halle ließ sich davon zunächst nicht beeindrucken. Gruber traf zum 7:6 und 8:7, Hertha erhöhte auf 9:7. Auch beim 12:10 durch Lynn Holtman und beim 13:11 durch Wagenlader lagen die WILDCATS noch vorn.
Torhüterwechsel bringt Metzingen neuen Schwung
Eine Veränderung im Tor der Gäste stellte die Offensive der WILDCATS zunehmend vor Probleme. Nachdem Sará Suba das Tor verlassen hatte und Marie Weiss zwischen die Pfosten rückte, ließ Halle mehrere Möglichkeiten ungenutzt. Gleichzeitig bestrafte Metzingen die Fehler konsequenter. Kurz vor der Pause kippte die Partie. Marie Stumpf erzielte in der 29. Minute das 13:13. Charlotte Cholevová brachte Metzingen anschließend erstmals in Führung, ehe Lotta Röpcke wenige Sekunden vor der Halbzeit auf 13:15 stellte. Damit gingen die WILDCATS trotz einer über weite Strecken guten ersten Hälfte mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Kabine.
Schwächephase bringt WILDCATS deutlich ins Hintertreffen
Nach dem Seitenwechsel wollten die Gastgeberinnen schnell zurück in die Partie finden. Doch nun häuften sich die technischen Fehler. Krautmeyer reagierte früh und nahm beim 13:16 bereits in der 33. Minute seine zweite Auszeit. Metzingen nutzte die Unsicherheiten der WILDCATS und setzte sich weiter ab. Beim 15:20 betrug der Rückstand erstmals fünf Tore. Besonders bitter verlief die Phase zwischen der 38. und 40. Minute. Metzingen traf dreimal in Folge und zog über 16:21 und 16:22 bis auf 16:23 davon. Krautmeyer nahm unmittelbar danach seine dritte Auszeit. Innerhalb weniger Minuten war aus einem engen Bundesliga-Duell ein Sieben-Tore-Rückstand geworden. Doch die WILDCATS gaben die Partie nicht verloren. Lea Gruber und dreimal Emma Hertha sorgten für einen 4:0-Lauf und verkürzten auf 20:23. Metzingen reagierte mit einer Auszeit. Spätestens jetzt war auch die SWH.arena wieder voll da. Halle kämpfte weiter. Fabienne Büch blieb vom Siebenmeterpunkt nervenstark, Gruber verkürzte in der 49. Minute auf 23:25. Doch immer dann, wenn die WILDCATS die Chance hatten, noch näher heranzukommen, fand Metzingen eine Antwort. Beim 23:28 wuchs der Abstand erneut auf fünf Tore.
Großer Kampf bis zur letzten Sekunde
Auch in der Schlussphase bewies die Mannschaft Moral. Nele Wenzel und Marie Polakova brachten Halle auf 26:29 heran. Gruber verkürzte zweimal, Büch verwandelte ihren vierten Siebenmeter zum 29:31. Der Punktgewinn war damit noch einmal in Reichweite. Doch Johanna Farkas machte zwölf Sekunden vor Schluss mit dem 29:32 die Entscheidung perfekt. Polakova setzte mit dem Treffer zum 30:32 den Schlusspunkt. Krautmeyer sah nach der Partie vor allem in den Schwächephasen einen Ansatzpunkt für die kommenden Wochen: „Metzingen hat es uns schwer gemacht, und wir haben im Verlauf des Spiels Energie verloren. Daran müssen wir arbeiten, damit wir in den nächsten Spielen länger durchhalten. Solche Schwächephasen können wir uns in einem Spiel nicht leisten.“ Auch Metzingens Trainerin Miriam Hirsch sah auf beiden Seiten Luft nach oben: „Wir wussten, dass es ein schweres Spiel wird. Wir wollten die technischen Fehler minimieren, aber das ist uns nicht gelungen. Beide Teams haben viele Fehler gemacht, wir haben sie am Ende jedoch besser ausgenutzt.“ Trotz der Niederlage zeigte der Bundesliga-Auftakt, dass die WILDCATS auch gegen ein etabliertes Team wie Metzingen mithalten können. Besonders die Reaktion nach dem zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Rückstand spricht für die Mannschaft. Erfolgreichste Werferin der WILDCATS war Kapitänin Lea Gruber mit acht Treffern, Emma Hertha und Marie Polakova erzielten jeweils sechs Tore. Bereits am kommenden Samstag wartet die nächste anspruchsvolle Aufgabe. Die WILDCATS gastieren am 5. September um 18 Uhr bei der HSG Bensheim/Auerbach. Die Flames stehen nach ihrem 34:22-Auftaktsieg in Neckarsulm an der Tabellenspitze.
Zahlen & Fakten zum Spiel
WILDCATS: Gruber 8, Hertha 6, Polakova 6, Büch 4/4, Wagenlader 3, Holtman 2, Wenzel 1.
TuS Metzingen: Cholevová 8, Bitolo 6, Petzold 6, Stumpf 5, Farkas 3, Röpcke 2, Kähr 1, Schlipf 1.
Schiedsrichter: Nils Blümel / Frederic Linker
Zuschauer: 641
Foto: Michael Vogel