Nach dem ersten Saisonsieg gegen den BSV Sachsen Zwickau mussten die Wildcats des SV UNION Halle-Neustadt in der Alsco Handball Bundesliga Frauen wieder einen Rückschlag hinnehmen. Am sechsten Spieltag unterlag die Mannschaft von Trainer Pether Krautmeyer beim Buxtehuder SV mit 25:30 (11:16). Vor 1.067 Zuschauern in der Halle Nord fanden die Hallenserinnen vor allem gegen die offensive Deckung der Gastgeberinnen zu selten die richtigen Lösungen. Trotz einer ausgeglichenen zweiten Halbzeit reichte es nicht, um den früh entstandenen Rückstand noch aufzuholen. Bereits die Anreise nach Niedersachsen verlief alles andere als geplant. Ferienbedingte Staus sorgten dafür, dass die Wildcats insgesamt sieben Stunden unterwegs waren. Erst gegen 15:00 Uhr, gerade einmal eine Stunde vor dem Anpfiff, erreichte die Mannschaft die Halle in Buxtehude. Die Spielerinnen mussten sich bereits im Bus umziehen. Eine ungewöhnliche und alles andere als optimale Vorbereitung auf ein wichtiges Bundesligaspiel. Dennoch sollte die schwierige Anreise nicht als alleinige Erklärung für die spätere Niederlage dienen. Die Wildcats wollten nach dem überzeugenden 33:25-Heimsieg gegen Zwickau nachlegen und auch auswärts wichtige Punkte sammeln. Doch die Gastgeberinnen machten schnell deutlich, dass sie eigene Pläne verfolgten.
Buxtehudes offensive Deckung bereitet den Wildcats Schwierigkeiten
Die Anfangsphase gestaltete sich zunächst ausgeglichen. Emma Hertha und Lynn Holtman sorgten dafür, dass die Wildcats bis zum 2:2 (5.) auf Augenhöhe blieben. Anschließend übernahm jedoch der Buxtehuder SV zunehmend die Kontrolle. Die Gastgeberinnen agierten mit einer offensiven Deckung, die in ihrer Ausrichtung an eine 3:2:1-Formation erinnerte. Besonders die beiden Halbverteidigerinnen rückten weit heraus und setzten den Hallenser Rückraum früh unter Druck. Obwohl diese defensive Spielweise bekannt war, hatten die Wildcats Schwierigkeiten, die passenden Lösungen zu finden. Buxtehude nutzte diese Phase konsequent aus. Vier Treffer in Folge brachten die Gastgeberinnen mit 6:2 (10.) in Führung. Zwar konnten Fabienne Büch und Lea Gruber zwischenzeitlich auf 6:4 verkürzen, doch der BSV setzte sich anschließend auf 9:4 (13.) ab. Eine entscheidende Rolle spielte dabei Nele Franz. Die Kapitänin des Buxtehuder SV zeigte besonders im ersten Durchgang eine starke Leistung und erzielte sämtliche fünf Treffer ihrer Mannschaft in der ersten Halbzeit. Immer wieder fand sie Wege durch die Hallenser Defensive und war maßgeblich am frühen Vorsprung beteiligt. Wildcats-Trainer Pether Krautmeyer reagierte bereits in der 13. Minute mit seiner ersten Auszeit. Doch die Probleme im Angriff blieben zunächst bestehen. Buxtehude verteidigte beweglich, während Halle-Neustadt zu selten zu klaren Abschlüssen kam. Gleichzeitig gelang es den Gastgeberinnen immer wieder, das eigene Tempospiel erfolgreich einzusetzen. Die Zahlen verdeutlichen die Schwierigkeiten: Während Buxtehude im ersten Durchgang vier seiner fünf Gegenstöße verwandelte, brachten die Wildcats bei sieben Gegenstoßmöglichkeiten lediglich zweimal den Ball im Tor unter. Beim 14:7 (23.) war der Rückstand auf sieben Treffer angewachsen. Krautmeyer nahm seine zweite Auszeit und versuchte erneut, seine Mannschaft auf die schwierige Situation einzustellen. Immerhin gelang es den Wildcats, den Abstand vor der Pause noch einmal zu verkürzen. Marie Polakova und Emma Hertha trafen zum 14:9, später sorgten Lois van Vliet und erneut Polakova für das 15:11. Mit dem Treffer zum 16:11 stellte Buxtehude unmittelbar vor der Halbzeitsirene den Fünf-Tore-Vorsprung wieder her.
Auch nach der Pause fehlt die notwendige Konsequenz
Nach dem Seitenwechsel wollten die Wildcats den Rückstand Schritt für Schritt verkürzen. Doch Buxtehude blieb die spielbestimmende Mannschaft. Zwar gelangen den Hallenserinnen immer wieder erfolgreiche Angriffe, doch die Gastgeberinnen hatten regelmäßig die passende Antwort. Beim 21:14 (38.) betrug der Rückstand erneut sieben Treffer. Besonders die Chancenverwertung wurde nun zu einem entscheidenden Faktor. Während die Wildcats im zweiten Durchgang 30 Torwürfe für ihre 14 Treffer benötigten, erzielte Buxtehude ebenfalls 14 Tore, allerdings bei nur 20 Versuchen. Hinzu kam die starke Leistung der Buxtehuder Torhüterinnen. Nachdem Nikki van der Vorst bereits in der ersten Halbzeit wichtige Bälle gehalten hatte, setzte Sophie Fasold nach ihrer Einwechslung weitere Akzente. Mit neun Paraden, darunter einem gehaltenen Siebenmeter, erschwerte sie die Hallenser Aufholbemühungen erheblich. Buxtehude nutzte die eigenen Möglichkeiten dagegen weiterhin konsequent und baute die Führung über 23:15 (41.) auf 26:17 (44.) aus. Neun Tore Rückstand bedeuteten die deutlichste Führung der Gastgeberinnen und sorgten frühzeitig für eine Vorentscheidung. Dennoch gaben sich die Wildcats nicht auf. Paulina Stapurewicz, Lea Gruber und Nele Wenzel trafen innerhalb weniger Minuten dreimal in Folge und verkürzten auf 26:20 (47.). Auch in der Schlussphase versuchte Halle-Neustadt, den Rückstand weiter zu reduzieren. Beim 27:22 (53.) waren es nur noch fünf Treffer Unterschied. Eine echte Wende gelang allerdings nicht mehr. Buxtehude behielt die Kontrolle über die Begegnung und brachte den Vorsprung schließlich mit 30:25 über die Zeit.
Chancenverwertung macht den Unterschied
Auch vom Siebenmeterpunkt ließen die Wildcats wichtige Chancen liegen. Von acht Strafwürfen wurden fünf verwandelt. Eine Woche zuvor gegen Zwickau hatte die Mannschaft noch sämtliche sechs Siebenmeter erfolgreich abgeschlossen. Auffällig war zudem der Unterschied im Tempospiel. Beim Derbysieg gegen Zwickau hatten die Wildcats sieben erfolgreiche Gegenstöße verzeichnet. Gegen Buxtehude gelangen bei neun Möglichkeiten lediglich vier Treffer. Gerade in der ersten Halbzeit blieb damit eine wichtige offensive Stärke der Hallenserinnen weitgehend wirkungslos. Beste Werferin der Wildcats war Lea Gruber mit fünf Treffern. Marie Polakova steuerte vier Tore bei, Emma Hertha und Viktoria Marksteiner trafen jeweils dreimal. Aufseiten der Gastgeberinnen überzeugte Maj Nielsen mit acht Treffern. Nele Franz kam auf fünf Tore, die sie allesamt vor der Pause erzielte. Für die ehemalige Hallenserin Lucy Strauchmann war die Begegnung zugleich ein Wiedersehen mit ihrem früheren Verein. Buxtehudes Trainer Jonas Schlender zeigte sich nach dem Erfolg zufrieden und erklärte gegenüber dem Stader Tageblatt: „Wir haben über 60 Minuten das bessere Spiel gemacht und verdient gewonnen.“ Für die Wildcats bleibt die Erkenntnis, dass die Mannschaft trotz der schwierigen Ausgangsbedingungen und des deutlichen Rückstands nicht aufsteckte. Die zweite Halbzeit endete immerhin 14:14. Gleichzeitig zeigte sich aber auch, dass es gerade gegen offensive Deckungsformationen mehr Lösungen und im Abschluss eine deutlich höhere Konsequenz braucht. Nach sechs Spieltagen stehen die Wildcats damit weiterhin bei 3:9 Punkten. Der Buxtehuder SV verbesserte sich durch seinen dritten Saisonsieg auf 6:6 Punkte. Nun folgt eine kurze Spielpause, bevor am Samstag, 31. Oktober 2026, die nächste anspruchsvolle Aufgabe wartet. Um 18:00 Uhr treffen die Wildcats auswärts in der Salza-Halle in Bad Langensalza auf den Thüringer HC. Dort gilt es, aus den Fehlern der Niederlage zu lernen und wieder an die starke Mannschaftsleistung aus dem Zwickau-Spiel anzuknüpfen.
Statistik zum Spiel
Buxtehuder SV – SV UNION Halle-Neustadt 30:25 (16:11)
WILDCATS: Lea Gruber 5, Marie Polakova 4, Viktoria Marksteiner 3/2, Emma Hertha 3, Tina Wagenlader 2, Fabienne Büch 2/2, Lois van Vliet 2/1, Tabea Wipper 1, Lynn Holtman 1, Nele Wenzel 1, Paulina Stapurewicz 1.
Buxtehuder SV: Maj Nielsen 8/2, Nele Franz 5, Ruslana Litvinov 4, Johanna Andresen 3, Isa Ternede 3, Anika Hampel 2, Fleur Schouten 2, Carina Senel 2, Paula Mews 1.
Siebenmeter: 2/2 – 5/8
Zeitstrafen: 3 – 4
Schiedsrichter: Fabian Friedel / Rick Herrmann
Zuschauer: 1.067
Spielort: Halle Nord, Buxtehude
Foto: Buxtehuder SV – Felix Schlikis