Die Wildcats haben den ersten Schritt im Kampf um den Klassenerhalt gemacht. Im Hinspiel der Relegation zur 1. Alsco Handball Bundesliga Frauen setzte sich der SV UNION Halle-Neustadt am Mittwochabend in der SWH.arena mit 29:26 (16:13) gegen die Füchse Berlin durch. Vor 1.154 Zuschauern entwickelte sich ein intensives, nervöses und über weite Strecken hektisches Spiel, in dem beiden Mannschaften die Bedeutung dieser 60 Minuten deutlich anzumerken war.
Starker Start, viel Anspannung und eine laute SWH.arena
Die Gäste erwischten mit dem 0:1 durch Lucy Gündel den ersten Treffer der Partie. Es sollte jedoch die einzige Berliner Führung des Abends bleiben. Lea Gruber glich aus, Viktoria Marksteiner legte nach, und nach Treffern von Emma Hertha und erneut Marksteiner führten die Wildcats früh mit 5:2. Gerade in dieser Phase stand die Defensive sehr stabil. Sofie Kruggel, selbst ehemalige Berlinerin, gab der Mannschaft mit 15 Paraden und einer Quote von 37,5 Prozent viel Sicherheit. Trotzdem gelang es Halle zunächst nicht, sich deutlicher abzusetzen. Zwei verworfene Siebenmeter von Fabienne Büch verhinderten eine höhere Führung. Berlin blieb dran, profitierte von technischen Fehlern und verkürzte mehrfach. Die Partie war geprägt von Nervosität, Ballverlusten und viel Kampf. Auch die Härte der Berlinerinnen nahm im weiteren Verlauf zu, womit die Wildcats immer wieder umgehen mussten. Auf den Rängen entwickelte sich eine sehr gute Kulisse. Neben den eigenen Fans waren auch Unterstützer des HC Leipzig, des Thüringer HC und des Männer-Zweitligisten HC Elbflorenz in der Halle. Diese Solidarität war spürbar und gab dem Relegationsabend einen besonderen Rahmen.
Wildcats behalten die Führung – Berlin bleibt gefährlich
Nach dem 7:6 durch Michelle Stefes antworteten Cara Reuthal vom Siebenmeterpunkt und Lilli Röpcke. Über 10:8, 12:10 und 14:11 hielten die Wildcats den Vorsprung, ohne Berlin abschütteln zu können. Marie Polakova traf zum 15:11, ehe die Füchse bis auf 15:13 verkürzten. Mit der Schlusssirene der ersten Hälfte sorgte Cara Reuthal für den wichtigen Treffer zum 16:13-Pausenstand. Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel offen. Berlin kam durch Lucy Gündel auf 16:14 heran, doch Marksteiner und Reuthal stellten wieder auf 18:15. Die Gäste kämpften sich über Gündel, Jonna Schaube und Leoni Baßiner mehrfach zurück. Halle fand in diesen Momenten jedoch immer wieder Antworten. Tina Wagenlader traf zum 19:17, Reuthal erhöhte auf 20:18, Marksteiner und Röpcke sorgten für das 22:19. Erfreulich aus Sicht der Wildcats: Lynn Molenaar konnte mit Kurzeinsätzen wieder eingesetzt werden. In einem Spiel, in dem jeder Wechsel, jede Abwehraktion und jeder Ballbesitz Gewicht hatte, war auch das ein wichtiges Signal für die Mannschaft. In der 41. Minute kassierte Marie Polakova eine Zeitstrafe, kurz darauf verwarf Michelle Stefes einen Siebenmeter für Berlin. Die Wildcats nutzten diese Phase und stellten durch Polakova, Emma Hertha und später erneut Hertha auf 26:22. Die höchste Führung gelang Madeleine Östlund in der 56:41 Minute mit dem Treffer zum 28:23. Zu diesem Zeitpunkt schien ein noch deutlicherer Vorsprung möglich.
Drei Tore Vorsprung für Berlin
Doch die letzten Minuten zeigten noch einmal, wie eng diese Relegation bleibt. Nach Östlunds Zeitstrafe verkürzte Alissa Katarina Werle per Siebenmeter auf 28:24. Lea Gruber antwortete mit dem 29:24, ehe Anouk Nieuwenweg und Anais Gouveia den Endstand auf 29:26 stellten. Damit nehmen die Wildcats einen Drei-Tore-Vorsprung mit in das Rückspiel nach Berlin. Das Ergebnis ist eine gute Ausgangsposition, aber keine Vorentscheidung. Lea Gruber ordnete den Abend entsprechend ein: „Beide Mannschaften hatten super viel Anspannung. Wir haben uns das Leben mit der Nervosität selbst schwer gemacht. Aber wir haben gewonnen und wollen jetzt auch das Spiel in Berlin gewinnen. Der Sieg gibt erstmal Rückenwind.“ Auch Berlins Torhüterin Zoe Ludwig sah für ihre Mannschaft trotz der Niederlage noch Chancen: „Eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in Berlin. Wir fahren mit einem positiven Gefühl hier weg, auch wenn wir zu viele technische Fehler gemacht haben.“
Entscheidung am Samstag
Beste Werferin der Wildcats war Cara Reuthal mit sechs Treffern, darunter vier sicher verwandelte Siebenmeter. Viktoria Marksteiner, Emma Hertha und Lilli Röpcke erzielten jeweils fünf Tore. Für Berlin traf Lucy Gündel fünfmal, Anouk Nieuwenweg viermal, Naomi Conze, Anais Gouveia, Michelle Stefes und Leoni Baßiner kamen jeweils auf drei Treffer. Das Rückspiel findet am Samstag, 6. Juni 2026, um 18:00 Uhr in Berlin statt. Die Ergebnisübersicht der Relegation weist Halle nach dem Hinspiel mit 29:26 vorn aus, die Entscheidung fällt nun im zweiten Duell. Für die Wildcats ist klar: Der Vorsprung muss verteidigt werden, der Klassenerhalt ist noch nicht geschafft. Die Mannschaft braucht auch in Berlin jede Unterstützung. Karten gibt es ausschließlich an der Tageskasse in Berlin.
Statistik zum Spiel
Wettbewerb: Relegation zur 1. Alsco Handball Bundesliga Frauen
Datum: Mittwoch, 03.06.2026, 19:30 Uhr
Spielort: SWH.arena, Halle (Saale)
Zuschauer: 1.154
Endstand: 29:26
Halbzeit: 16:13
Schiedsrichter: Steven Heine / Sascha Standke
Zeitnehmer/Sekretär: Daniel Riegert / Andreas Helm
Technischer Delegierter: Jörg Mahlich
SV UNION Halle-Neustadt:
Kruggel, Ilic – Marksteiner 5, Östlund 1, Wagenlader 1, Büch 0/2, Hertha 5, Gruber 3, Wipper 1, Polakova 2, Röpcke 5, Reuthal 6/4, Petika, Strauchmann, Molenaar.
Füchse Berlin:
Trooster, Ludwig – Conze 3, Fichtner, Fodjo, Gouveia 3, Gündel 5, Stefes 3/1, Cappellaro 1, Thelemann, in de Braekt, Schaube 2, Nieuwenweg 4, Werle 2/1, Baßiner 3/2.
Siebenmeter:
SV UNION Halle-Neustadt: 4/6
Füchse Berlin: 3/4
Zeitstrafen:
SV UNION Halle-Neustadt: 5
Emma Hertha 2, Marie Polakova 1, Madeleine Östlund 1
Füchse Berlin: 4
Angela Cappellaro 1, Michelle Stefes 1, Nomi in de Braekt 1, Leoni Baßiner 1
Auszeiten:
SV UNION Halle-Neustadt: 27:53, 47:05, 58:37
Füchse Berlin: 25:31, 50:53, 59:35
Beste Torschützinnen:
SV UNION Halle-Neustadt: Cara Reuthal 6, Viktoria Marksteiner 5, Emma Hertha 5, Lilli Röpcke 5
Füchse Berlin: Lucy Gündel 5, Anouk Nieuwenweg 4, Naomi Conze 3, Anais Gouveia 3, Michelle Stefes 3, Leoni Baßiner 3
Links zum Spiel
Fotos: Michael Vogel