Die Wildcats des SV UNION Halle-Neustadt haben im zweiten Play-off-Spiel der 1. Alsco Handball Bundesliga Frauen eine bittere Niederlage hinnehmen müssen. Beim VfL Oldenburg unterlag das Team von Trainerin Ines Seidler trotz einer starken ersten Halbzeit und zwischenzeitlicher Fünf-Tore-Führung mit 33:35 (21:18). Vor 1.156 Zuschauern in der EWE-Arena entwickelte sich eine intensive und phasenweise hochklassige Partie, in der die Wildcats lange auf Augenhöhe agierten, am Ende jedoch die entscheidenden Momente nicht auf ihrer Seite hatten.
Wildcats belohnen sich für starke Phase – Wagenlader am Kreis treffsicher
Die Ausgangslage war klar: Oldenburg musste auf Top-Torhüterin Madita Kohorst verzichten, während die Wildcats nach der Auftaktniederlage dringend Punkte benötigten. Dennoch zeigte sich früh, dass beide Mannschaften mit viel Tempo und Intensität in die Partie gingen. Die Wildcats starteten engagiert, ließen in der Anfangsphase jedoch erneut einige gute Torchancen ungenutzt. Trotz dieser kleinen Schwächephase gelang es dem Team, sich über ein variables Angriffsspiel im Spiel zu halten. Besonders auffällig war dabei das Spiel mit dem Einläufer, das immer wieder Lücken in die Oldenburger Defensive riss. Am Kreis setzte vor allem Tina Wagenlader früh wichtige Akzente. Mit drei Treffern in der Anfangsphase brachte sie Stabilität ins Offensivspiel und war immer wieder Anspielstation im Zentrum. Unterstützt wurde sie von Lea Gruber, die bereits in der ersten Minute zur Führung traf, sowie von Engelina „Lynn“ Molenaar, die mit ihrer Dynamik früh Verantwortung übernahm.
Das Spiel entwickelte sich schnell zu einem offenen Schlagabtausch. Oldenburg fand insbesondere über Toni-Luisa Reinemann und Marie Steffen immer wieder Lösungen im Rückraum. Reinemann war an zahlreichen Aktionen beteiligt und zog das Tempo im Angriffsspiel der Gastgeberinnen deutlich an. Dennoch gelang es den Wildcats, sich im Verlauf der ersten Halbzeit zunehmend zu stabilisieren. Nach zwischenzeitlichem Rückstand kämpfte sich Halle zurück, übernahm die Kontrolle und setzte sich mit einem starken Zwischenspurt ab. Treffer von Östlund, Pallas und Reuthal sorgten dafür, dass sich die Wildcats bis zur Pause eine verdiente 21:18-Führung erspielten.
Fünf-Tore-Führung nach der Pause – dann kippt das Spiel komplett
Auch nach dem Seitenwechsel knüpften die Wildcats zunächst nahtlos an ihre starke Phase an. Mit viel Tempo, klaren Abläufen und hoher Effizienz bauten sie ihren Vorsprung weiter aus. Treffer von Molenaar, Reuthal und Pallas sorgten dafür, dass die Wildcats zwischenzeitlich mit fünf Toren in Führung lagen (28:23). In dieser Phase schien das Spiel klar in Richtung der Gäste zu kippen. Halle agierte konzentriert, nutzte seine Chancen konsequent und stellte die Oldenburger Defensive immer wieder vor Probleme. Doch dann folgte der Wendepunkt der Partie. Oldenburgs Trainer Niels Bötel reagierte und stellte seine Defensive deutlich aggressiver ein. Mit einer offensiven 3-2-1-Deckung und phasenweise sogar einer persönlichen Bewachung gegen Cara Reuthal gelang es den Gastgeberinnen, den Spielfluss der Wildcats entscheidend zu stören.
Die Konsequenz: Das Angriffsspiel der Wildcats kam nahezu vollständig zum Erliegen. Ballverluste häuften sich, klare Abschlüsse wurden seltener und Oldenburg nutzte diese Phase konsequent aus. Angeführt von einer weiterhin starken Marie Steffen und der sicheren Siebenmeterschützin Joanna Granicka kämpfte sich Oldenburg Tor um Tor heran. Innerhalb weniger Minuten schmolz der Vorsprung dahin, ehe beim 31:31 erstmals wieder Gleichstand herrschte. In der Schlussphase entwickelte sich ein echter Krimi. Die Führung wechselte mehrfach, beide Teams kämpften mit offenem Visier. Doch während Oldenburg in den entscheidenden Momenten kühler blieb, fanden die Wildcats keine Lösungen mehr gegen die aggressive Defensive. Treffer von Steffen, Behrend und erneut Steffen brachten Oldenburg schließlich auf die Siegerstraße. Zwar verkürzte Molenaar kurz vor Schluss noch einmal auf 33:35, doch die Zeit reichte nicht mehr für eine Wende.
Bittere Niederlage im Abstiegskampf – Blick richtet sich nach vorn
In der Tabelle der Play-offs spitzt sich die Situation für die Wildcats damit weiter zu. Nach zwei Spielen steht das Team weiterhin ohne Punkte da und gerät im Kampf um den Klassenerhalt zunehmend unter Druck. Zunächst bietet sich jedoch die Gelegenheit, die Kräfte zu bündeln und an den entscheidenden Stellschrauben zu arbeiten: Am kommenden Wochenende sind die Wildcats spielfrei. Diese Pause kommt zur richtigen Zeit, um die intensive Partie in Oldenburg aufzuarbeiten und gezielt Lösungen – insbesondere gegen offensive Deckungsvarianten – zu entwickeln. Denn danach wartet bereits ein Schlüsselspiel im Abstiegskampf: Mit hoher Wahrscheinlichkeit kommt es am 10.05.2026 um 16:30 Uhr in der SWH.arena zum vorentscheidenden Duell gegen den Buxtehuder SV. In dieser Partie wird es für die Wildcats darum gehen, im direkten Vergleich wichtige Punkte im Kampf um die Vermeidung des Relegationsplatzes zu sichern. Die Ausgangslage ist klar – jetzt zählt jeder Punkt. Umso wichtiger wird dabei auch die Unterstützung von den Rängen sein, wenn die Wildcats vor heimischer Kulisse alles in die Waagschale werfen werden.
Statistik zum Spiel
1. Alsco Handball Bundesliga Frauen | Play-offs (Plätze 5–11) | 26.04.2026 | EWE-Arena Oldenburg | 1.156 Zuschauer
SV UNION Halle-Neustadt:
Kruggel, Czaja – Pallas (3), Lynn Molenaar (9), Marksteiner, Östlund (4), Wagenlader (3), Büch (3/4), Hertha (1), Gruber (4), Wipper, Polakova (1), L. Röpcke (1), Reuthal (4/2), Kieffer, Strauchmann
VfL Oldenburg:
Hempen, Winters – Teiken (3), Reinemann (7), Genz, Martens, Steffen (8), Friesen, Pfundstein (1), Granicka (7/4), Röpcke (4), Golla, Behrend (5), Fragge
Siebenmeter:
SV UNION Halle-Neustadt 4/6 | VfL Oldenburg 4/4
Zeitstrafen:
SV UNION Halle-Neustadt 3 | VfL Oldenburg 3
Disqualifikationen:
Keine
Schiedsrichter:
Lukas Schwarzmeier / Bela Stewen