Wildcats feiern deutlichen Derby-Sieg gegen Zwickau und tanken Selbstvertrauen für die Relegation

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WILDCATS

Mit einer beeindruckenden Offensivleistung haben sich die Wildcats des SV UNION Halle-Neustadt am Samstagabend im letzten Heimspiel der Play-off-Runde eindrucksvoll zurückgemeldet. Vor 778 Zuschauerinnen und Zuschauern setzte sich das Team von Trainerin Ines Seidler in der SWH.arena deutlich mit 37:21 (22:12) gegen den BSV Sachsen Zwickau durch.Trotz der tabellarisch bereits feststehenden Ausgangslage schenkten sich beide Mannschaften über die gesamten 60 Minuten nichts. Unter tropischen Temperaturen entwickelte sich eine intensive und temporeiche Partie mit zahlreichen Wischerpausen, die das Derby zu einem der längsten Spiele der Saison machten. Besonders die Wildcats präsentierten sich dabei über weite Strecken in beeindruckender Spiellaune.

Die Hallenserinnen mussten weiterhin auf Lynn Molenaar und Ilona Kieffer verzichten. Auch die Gäste aus Zwickau reisten personell stark angeschlagen an. Gleich mehrere verletzte Spielerinnen fehlten, insbesondere auf der Torhüterposition war die Lage angespannt. Dadurch kam Torhüterin Lilly-Charlott Meinel zu ihrem Bundesligadebüt im Tor des BSV Sachsen Zwickau. Besonderer Beobachter auf der Tribüne war zudem Pether Krautmeyer. Der neue Cheftrainer der Wildcats verfolgte die Partie erstmals live in der SWH.arena und sah dabei einen hochmotivierten Auftritt seiner zukünftigen Mannschaft.

Wildcats zünden offensives Feuerwerk

Von Beginn an machten die Wildcats deutlich, dass sie sich mit einem positiven Gefühl in Richtung Relegation verabschieden wollten. Emma Hertha eröffnete bereits nach 48 Sekunden den Torreigen zum 1:0. Zwar konnte Charlotte Kähr unmittelbar ausgleichen, doch danach entwickelte Halle-Neustadt einen Tempohandball vom Feinsten. Angeführt von einer überragenden Emma Hertha, die allein in der ersten Halbzeit sieben Treffer erzielte, setzten sich die Wildcats früh ab. Tina Wagenlader, Cara Reuthal und Viktoria Marksteiner sorgten mit hohem Tempo und konsequent ausgespielten Gegenstößen schnell für klare Verhältnisse. Bereits nach etwas mehr als acht Minuten führte Halle mit 8:3. Vor allem die aggressive Deckung der Wildcats bereitete den Gästen enorme Probleme. Immer wieder provozierte Halle technische Fehler und nutzte diese konsequent zu schnellen Gegenstoßtoren. Zwickaus Trainer Norman Rentsch reagierte früh mit einer Auszeit, doch die Wildcats blieben dominant. Fabienne Büch verwandelte sicher vom Siebenmeterpunkt, Madeleine Östlund brachte zusätzliche Stabilität und Torgefahr ins Angriffsspiel, während Cara Reuthal immer wieder Lücken in der Gästeabwehr fand. Besonders beeindruckend war dabei die Passsicherheit der Wildcats, die im Vergleich zu den vergangenen Wochen deutlich verbessert wirkte. Zwickau stemmte sich trotz der schwierigen personellen Situation nach Kräften gegen den hohen Rückstand. Vor allem Silje Brøns Petersen übernahm Verantwortung und hielt ihre Mannschaft mit Treffern im Spiel. Dennoch zog Halle bis zur Pause auf 22:12 davon.

Halle bleibt konzentriert und lässt nichts mehr anbrennen

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Wildcats das spielbestimmende Team. Cara Reuthal eröffnete die zweite Hälfte mit dem Treffer zum 23:12. Zwar kämpften sich die Gäste zwischenzeitlich etwas stabiler in die Partie, doch Halle kontrollierte das Geschehen weiterhin souverän. Immer wieder sorgten Wischerunterbrechungen aufgrund des rutschigen Hallenbodens für kleine Verzögerungen. Das nahm zwar etwas Tempo aus dem Spiel, änderte aber nichts an der Intensität des Derbys. Beide Mannschaften schenkten sich trotz der fehlenden tabellarischen Bedeutung keinen Meter. Zwickau zeigte Moral und verkürzte Mitte der zweiten Halbzeit zwischenzeitlich auf 31:19. Besonders Zoe Stens und Romé Steverink setzten offensiv noch einige Akzente für die Gäste. Doch die Wildcats antworteten erneut konsequent.

Madeleine Östlund erwischte eine starke Schlussphase und erzielte innerhalb weniger Minuten mehrere Treffer. Auch Marie Polakova und Tena Petika reihten sich noch in die Torschützenliste ein. Spätestens mit dem 35:19 durch Östlund war die Partie endgültig entschieden. Nach der Schlusssirene stand ein verdienter 37:21-Heimerfolg auf der Anzeigetafel. Für die Wildcats war es nicht nur ein emotional wichtiger Derby-Sieg, sondern vor allem ein dringend benötigtes Erfolgserlebnis vor den anstehenden Relegationsspielen.

Stimmen zum Spiel und Blick auf die Relegation

Zwickaus Trainer Norman Rentsch zollte den Wildcats nach dem Spiel großen Respekt: „Die Bank war spärlich besetzt und ich habe eine sehr aggressive Abwehr von Halle gesehen, welche mit Tempo und Gegenstößen uns die erste Halbzeit gekostet hat. In der zweiten Halbzeit haben wir gut gekämpft und da zolle ich meiner Mannschaft Respekt. Man kann das Ergebnis sehen wie man will – wir haben unser Ziel Klassenerhalt geschafft.“Auch Wildcats-Trainerin Ines Seidler zeigte sich zufrieden: „Mein Team hat heute genau das gezeigt, was wir sehen wollten und das ist eine gute Grundlage für das Relegationsspiel am 03.06.2026. Wir hatten eine gut stehende Abwehr und haben in der Trainingswoche den Fokus auf sicheres Passspiel gelegt. Das hat man heute gesehen und unsere technischen Fehler deutlich minimiert.“

Mit dem deutlichen Derby-Erfolg tanken die Wildcats nun Selbstvertrauen für die entscheidende Phase der Saison. Während Zwickau den sicheren Klassenerhalt bereits feiern konnte, richtet sich der volle Fokus in Halle jetzt auf die Relegation um den Verbleib in der 1. Alsco Handball Bundesliga Frauen. Das erste Relegationsspiel steigt am 03.06.2026. Bis dahin wollen die Wildcats die positiven Eindrücke aus dem Derby mitnehmen und sich weiter gezielt vorbereiten. Besonders die aggressive Abwehrarbeit, das verbesserte Umschaltspiel und die deutlich reduzierte Fehlerquote dürften Mut für die kommenden Aufgaben machen.

Statistik zum Spiel

Statistik – SV UNION Halle-Neustadt vs. BSV Sachsen Zwickau 37:21 (22:12)

Alsco Handball Bundesliga Frauen | Play-offs Platz 5–11 | 6. Spieltag
Samstag, 23.05.2026 | SWH.arena Halle (Saale)
Zuschauer: 778
Schiedsrichter: Moritz Hartmann / Nils Hennekes

    SV UNION Halle-Neustadt:
    Sofie Kruggel, Nicola Czaja – Viktoria Marksteiner (3), Madeleine Östlund (6), Tina Wagenlader (4), Fabienne Büch (5/3), Emma Hertha (8), Lea Gruber (1), Tabea Wipper (1), Marie Polakova (2), Lilli Röpcke (1), Cara Reuthal (5), Tena Petika (1), Lucy Strauchmann

    BSV Sachsen Zwickau:
    Lilly-Charlott Meinel, Paulina Curth – Laura Szabó (2/1), Jasmina Gierga (1), Charlotte Kähr (5), Silje Brøns Petersen (8/5), Zoe Stens (3), Romé Steverink (2)

    Siebenmeter:
    Halle-Neustadt 3/3 – Zwickau 5/8

    Zeitstrafen:
    SV UNION Halle-Neustadt: 4
    BSV Sachsen Zwickau: 2

    Disqualifikationen:
    Keine

    Halbzeitstand:
    22:12 für die Wildcats

    Spielverlauf:
    1:0, 4:1, 8:3, 12:6, 16:10, 22:12 / 27:15, 31:19, 37:21

    Links zum Spiel

    Foto: Michael Vogel