Die WILDCATS haben sich am vierten Spieltag der Alsco Handball Bundesliga Frauen bei Borussia Dortmund mit 24:33 (11:17) geschlagen geben müssen. Dabei erwischte der SV UNION Halle-Neustadt beim Favoriten einen starken Start und führte in der Anfangsphase sogar mit zwei Treffern. Eine lange torlose Phase Mitte der ersten Halbzeit brachte die Mannschaft von Cheftrainer Pether Krautmeyer jedoch entscheidend ins Hintertreffen. Vor 369 Zuschauern in der Sporthalle Wellinghofen ließ sich dieser Rückstand anschließend nicht mehr aufholen. Mit Fabienne Büch stand bei den WILDCATS wieder eine zusätzliche Option im Kader zur Verfügung. Die Hallenserinnen zeigten von Beginn an, dass sie sich in Dortmund nicht verstecken wollten. Marie Polakova erzielte bereits nach 40 Sekunden das 0:1. Wenig später setzte Lea Gruber mit einem sehenswerten Kempa zum 1:2 ein erstes Ausrufezeichen. Büch und Tina Wagenlader legten nach – nach etwas mehr als fünf Minuten führten die WILDCATS mit 4:2.
16 Minuten ohne Tor verändern das Spiel
Doch anschließend änderte sich das Bild der Partie. Dortmund erhöhte den Druck und bestrafte Fehler der Gäste konsequent. In der neunten Minute übernahm der BVB beim 5:4 erstmals die Führung. Nach dem 4:2 durch Wagenlader gelang den WILDCATS für 16 Minuten und 35 Sekunden kein eigener Treffer mehr. Dortmund nutzte diese Phase zu einem 10:0-Lauf und machte aus einem 2:4 ein 12:4.Krautmeyer versuchte früh gegenzusteuern. Bereits beim 7:4 nach gut zwölf Minuten nahm er die erste Auszeit, nur dreieinhalb Minuten später folgte beim 9:4 bereits die zweite. Der Wildcats-Trainer forderte von seiner Mannschaft unter anderem mehr Breite im Angriff. Zu häufig lief sich Halle zuvor im Zentrum fest, während Dortmund Fehler konsequent für sein schnelles Umschaltspiel nutzte. Auch Möglichkeiten vom Siebenmeter blieben in dieser Phase ungenutzt. Nach dem 12:4 fanden die WILDCATS schließlich wieder bessere Lösungen. Viktoria Marksteiner beendete die lange Durststrecke. Anschließend gelangen auch über die Außenpositionen sehenswerte Treffer. Lois van Vliet traf zweimal, Valerie Smits und Paulina Stapurewicz verkürzten weiter. Bis zur Pause kämpfte sich Halle wieder etwas heran. Van Vliet erzielte kurz vor der Sirene den Treffer zum 17:11-Halbzeitstand. Gerade die Reaktion nach dem zwischenzeitlichen Acht-Tore-Rückstand zeigte, dass sich die Mannschaft nicht aufgab. Dennoch wog die lange Phase ohne eigenen Treffer schwer. Sie hatte Dortmund einen Vorsprung verschafft, dem die WILDCATS für den Rest der Partie hinterherlaufen mussten.
Sieben gegen sechs bringt neue Möglichkeiten
Nach dem Seitenwechsel versuchte Krautmeyer, mit einer taktischen Veränderung neue Impulse zu setzen. Die WILDCATS agierten im Angriff phasenweise im Sieben-gegen-Sechs. Das funktionierte immer wieder gut und brachte zusätzliche Möglichkeiten, ohne dass Halle den Rückstand entscheidend verkürzen konnte. Emma Hertha eröffnete die zweite Halbzeit mit dem Treffer zum 17:12. Dortmund hielt die WILDCATS zunächst jedoch auf Distanz und baute den Vorsprung bis zur 40. Minute auf 23:14 aus. Dann zeigte Halle erneut eine gute Reaktion. Fabienne Büch und zweimal Hertha sorgten mit drei Toren in Folge für das 23:17. Dortmund reagierte sofort mit einer Auszeit. Es war eine der stärkeren Phasen der zweiten Halbzeit. Die WILDCATS fanden mehr Lösungen, zogen das Spiel breiter und kamen über unterschiedliche Positionen zum Abschluss. Wirklich in Schlagdistanz gelangte die Mannschaft jedoch nicht mehr. Dortmund hatte auf die Hallenser Treffer immer wieder eine Antwort. Büch, die nach ihrer Rückkehr mit fünf Treffern zur erfolgreichsten Wildcats-Werferin avancierte, traf in dieser Phase mehrfach. Beim 25:19 betrug der Abstand weiterhin sechs Tore. Lea Gruber verwandelte später einen Siebenmeter zum 26:20, Wagenlader stellte wenig später auf 27:21.
Dortmund entscheidet die Partie
In den letzten zehn Minuten setzte sich Dortmund schließlich deutlich ab. Die Gastgeberinnen erzielten fünf Treffer in Folge und erhöhten vom 27:21 auf 32:21. Damit war die Begegnung endgültig entschieden. Die WILDCATS spielten dennoch bis zum Ende weiter. Lynn Holtman traf zum 32:22, ehe Viktoria Marksteiner mit zwei Toren in den letzten beiden Minuten für den 33:24-Endstand sorgte. Die zweite Hälfte ging damit mit 13:16 aus Sicht der Hallenserinnen verloren. Nach der Partie benannte Kapitänin Lea Gruber einen entscheidenden Unterschied klar: „Wir haben zu viele technische Fehler gemacht, die Dortmund schnell mit Kontern bestraft hat. Das wussten wir vorher und haben diese Fehler trotzdem gemacht. Dem hohen Rückstand aus der ersten Halbzeit sind wir dann hinterhergelaufen.“
Damit blieb am Ende eine deutliche Niederlage, die allerdings nicht die gesamte Geschichte des Abends erzählt. Die WILDCATS zeigten gerade in den ersten Minuten, dass sie auch bei einem Spitzenteam mutig auftreten können. Gleichzeitig wurde deutlich, wie konsequent eine Mannschaft wie Dortmund längere Schwächephasen bestraft. Vor allem die 16 torlosen Minuten in der ersten Halbzeit machten es nahezu unmöglich, noch einmal ernsthaft um Punkte zu spielen.
Wiedersehen im DHB-Pokal
Lange müssen die WILDCATS nicht auf die nächste Gelegenheit gegen den BVB warten. Bereits in zwei Wochen geht es im Achtelfinale des DHB-Pokals erneut nach Dortmund. Dann bietet sich die nächste Chance, aus den Erkenntnissen des Bundesliga-Duells die richtigen Schlüsse zu ziehen und dem Favoriten über 60 Minuten Paroli zu bieten.
Zahlen & Fakten
Borussia Dortmund – SV UNION Halle-Neustadt 33:24 (17:11)
2. Halbzeit: 16:13
Wettbewerb: Alsco Handball Bundesliga Frauen
Spielort: Sporthalle Wellinghofen
Zuschauer: 369
Schiedsrichter: Lukas Müller / Robert Müller
WILDCATS:
Fabienne Büch 5, Viktoria Marksteiner 4, Tina Wagenlader 3, Emma Hertha 3, Lois van Vliet 3, Lea Gruber 2/1, Valerie Smits 1, Marie Polakova 1, Lynn Holtman 1, Paulina Stapurewicz 1.
Borussia Dortmund:
Alieke van Maurik 6, Dana Bleckmann 6, Mareike Thomaier 4, Ona Vegue i Pena 4, Guro Nestaker 4, Laetitia Quist 3, Lisa Antl 3, Merel Freriks 2, Kelly Vollebregt 1.
Siebenmeter WILDCATS: 1/4
Zeitstrafen WILDCATS: Emma Hertha, Valerie Smits
Auszeiten WILDCATS: 12:06, 15:43, 47:14
Längste Phase ohne eigenen Treffer: 16:35 Minuten
Höchste Führung WILDCATS: +2 beim 2:4
Höchster Rückstand: −11 beim 32:21
Erfolgreichste Wildcats-Werferin: Fabienne Büch mit 5 Treffern.
Foto: Nicolas Pleye (@pleyephotography)