Die WILDCATS sind im Achtelfinale des DHB-Pokals ausgeschieden. Beim amtierenden Pokalsieger Borussia Dortmund musste sich der SV UNION Halle-Neustadt am Mittwochabend mit 30:43 (12:19) geschlagen geben. Vor allem der Start in die Partie und das Dortmunder Spiel gegen die 7:6-Variante der Gäste stellten früh die Weichen. Bereits nach gut sechs Minuten lag Halle-Neustadt mit 0:5 zurück. Für Borussia Dortmund war die Zielsetzung vor der Partie klar. Der Titelverteidiger will auch in dieser Saison wieder zum Final4 nach Stuttgart. BVB-Trainer Kay Rothenpieler hatte bereits im Vorfeld betont, dass seine Mannschaft unbedingt wieder in die Porsche-Arena wolle. Das Final4 findet am 14. und 15. März 2027 statt. Die WILDCATS konnten dagegen mit voller Mannschaft antreten. Cheftrainer Pether Krautmeyer hatte sein Team für das zweite Duell mit Dortmund innerhalb von zwei Wochen unter anderem auf ein Angriffsspiel im 7:6 vorbereitet. Genau diese Variante brachte die Hallenserinnen allerdings früh in Schwierigkeiten.
7:6 wird früh zum Risiko
Borussia Dortmund war von der ersten Minute an hellwach. Mareike Thomaier eröffnete per Siebenmeter, wenig später traf BVB-Torhüterin Sarah Wachter bereits ins leere Tor der WILDCATS. Nach Treffern zum 3:0 und 4:0 reagierte Krautmeyer schon nach 5:03 Minuten mit seiner ersten Auszeit. Doch zunächst änderte sich wenig: Guro Nestaker erhöhte auf 5:0, ehe Tina Wagenlader nach 6:58 Minuten den ersten Hallenser Treffer erzielte. Damit war genau das eingetreten, was die WILDCATS unbedingt vermeiden wollten. Das 7:6 sollte zusätzliche Möglichkeiten im Positionsangriff schaffen, Dortmund verteidigte die Überzahlvariante jedoch aufmerksam und nutzte Ballverluste sowie das verwaiste Tor konsequent. Auch BVB-Kapitänin Alina Grijseels bestätigte nach der Begegnung, dass sich Dortmund gezielt auf das Hallenser 7:6 eingestellt hatte. Ganz abschütteln ließen sich die WILDCATS zunächst trotzdem nicht. Lea Gruber übernahm Verantwortung und traf dreimal innerhalb weniger Minuten. Valerie Smits und Nele Wenzel sorgten anschließend dafür, dass Halle-Neustadt nach knapp 17 Minuten auf 8:12 verkürzen konnte. Es blieb jedoch eine der wenigen Phasen, in denen die Gäste den Rückstand spürbar reduzieren konnten. Dortmund spielte seine individuelle Qualität aus und bestrafte die technischen Fehler der WILDCATS konsequent. Über 15:8 und 18:11 ging es mit einem 19:12 für den BVB in die Halbzeitpause.
Dortmund zieht nach der Pause davon
Auch der Start in den zweiten Durchgang gehörte den Gastgeberinnen. Aus dem 19:12 wurde innerhalb weniger Minuten ein 24:14. Spätestens jetzt war die Aufgabe für die WILDCATS kaum noch zu lösen. Dortmund erhöhte das Tempo und fand immer wieder einfache Abschlüsse. Besonders Alina Grijseels übernahm nun zunehmend die Kontrolle. Zwischen der 49. und 52. Minute erzielte die BVB-Kapitänin vier Treffer innerhalb kürzester Zeit, mehrere davon gegen das leere Hallenser Tor. Dortmund setzte sich über 33:20 und 39:26 weiter ab. Mareike Thomaier und Grijseels waren an diesem Abend die prägenden Spielerinnen auf Dortmunder Seite. Thomaier erzielte neun Treffer und verwandelte alle fünf Siebenmeter, Grijseels kam auf acht Tore. Bei den WILDCATS war Fabienne Büch mit sieben Treffern, darunter drei Siebenmeter, erfolgreichste Werferin. Halle-Neustadt kämpfte bis zum Ende weiter und kam selbst auf 30 Treffer. Für eine Überraschung beim Titelverteidiger reichte es jedoch nicht. Felina Menne setzte in der 59. Minute mit dem Treffer zum 43:30 den Schlusspunkt.
Zu viele Fehler auf diesem Niveau
Aus Sicht der WILDCATS bleiben nach diesem Pokalabend nur wenige positive Momente. 43 Gegentore und 18 technische Fehler sind gegen eine Mannschaft mit der Qualität von Borussia Dortmund eindeutig zu viel. Vor allem die Fehler im Angriff wurden vom BVB immer wieder mit einfachen Toren bestraft. Das Ergebnis fiel damit noch deutlicher aus als beim ersten Aufeinandertreffen beider Mannschaften in dieser Saison. Mitte September hatte Dortmund das Bundesligaduell mit 33:24 für sich entschieden. Auch damals hatte der BVB bereits längere Hallenser Schwächephasen konsequent genutzt. Mit dem Pokal-Aus endet zugleich ein extrem anspruchsvoller Saisonauftakt der WILDCATS mit mehreren Begegnungen gegen Mannschaften aus der Spitze. Jetzt verschiebt sich der Fokus vollständig auf die Alsco Handball Bundesliga Frauen – und dort warten die Partien, in denen Halle-Neustadt seine eigenen Ansprüche mit Punkten untermauern muss.
Derby gegen Zwickau rückt in den Mittelpunkt
Die nächste Gelegenheit dazu gibt es am Samstag, 10. Oktober 2026. Dann empfangen die WILDCATS den BSV Sachsen Zwickau zum Derby in der SWH.arena. Anwurf ist um 19:00 Uhr. Nach dem schweren Auftaktprogramm beginnt damit eine wichtige Phase der Saison. Das Pokal-Aus in Dortmund muss schnell abgehakt werden. Gegen Zwickau geht es wieder um Bundesligapunkte – und darum, vor heimischem Publikum die nächsten Schritte zu machen.
Statistik
Borussia Dortmund – SV UNION Halle-Neustadt 43:30 (19:12)
Borussia Dortmund: Thomaier 9/5, Grijseels 8, Antl 6, Bleckmann 5, Vollebregt 3, Egeling 3, Menne 3, Wachter 2, van Maurik 1, Mladenovska 1, Freriks 1, Nestaker 1.
WILDCATS: Büch 7/3, Hertha 4, Stapurewicz 4, Marksteiner 3, Gruber 3, Wagenlader 2, Wenzel 2, van Vliet 2, Smits 1, Polakova 1, Holtman 1
Siebenmeter: Dortmund 5/5 – WILDCATS 3/3
Schiedsrichter: Marvin Völkening / Jonas Zollitsch
Zuschauer: 173
Spielort: Sporthalle Wellinghofen
Zeitstrafen: Dortmund 0 – WILDCATS 0
Quelle: Foto Borussia Dortmund