UNION hatte zu Beginn große Anlaufschwierigkeiten. Ehe sich die Mannschaft auf den Gegner eingestellt hatte stand es 2:0 für die Magdeburgerinnen. Die hatten drei Spielerinnen in ihren Reihen, die am Tag vorher noch das Bundesligapunktspiel in Wismar mitgespielt hatten. Anne Hubinger, Beatrice Vogel und Fabienne Kracht warfen auch in Wismar Tore, konnten aber dort nicht die eigene Niederlage verhindern. Wir hatten mit Loraine Hellriegel und Thea Schwarz zwei Spielerinnen im Aufgebot, die schon höherklassig spielen. Halle konnte zum 2:2 und zum 3:3 ausgleichen, war aber dann überfordert die Gästespielerin Anne Hubinger zu stellen. Beim Stand von 3:6 nahm Trainer Nils Kühr seine Auszeit und versuchte mit wenigen Worten die Schwachstellen abzustellen. Er nahm dann auch in der Folge Michelle Liedtke aus dem Spiel, die leider die gewünschten Akzente nicht setzen konnte und damit überhaupt nicht ins Spiel kam.
Danach lief es besser und der Rückstand konnte aufgeholt werden. In dieser schwierigen Phase mussten wir auch drei Pfostenwürfe von außen wegstecken, die eine klare Führung verhinderten. Ab Mitte der ersten Halbzeit übernahm dann auch Loraine viel Verantwortung und schwang sich zu einer überragenden Leistung auf. Sie war, wie ihr Gegenüber Anne Hubinger; im Tordrang nicht zu halten. Beide Linkshändler waren die auffälligsten Spielerinnen und mit 19 und 13 Toren auch ungemein erfolgreich. Nach einem Kopf an Kopf Rennen ging es dann mit 19:17 für die Hallenser in die Halbzeitpause.
Dieses enge Rennen mit einer großen Torausbeute dauerte dann etwa bis zur 50.Spielminute. UNION ließ sich auch in Unterzahl nicht in Bedrängnis bringen. Mit überraschenden und schlitzohrigen Aktionen konnte die Heimmannschaft offenen Beifall von der Tribüne einheimsen. Zunehmend ließ die Konzentration bei den Würfen der Gäste nach. Das schwere Spiel vom Vortag war dann bei den Bundesligaspielerinnen nicht mehr zu kompensieren. Das sah man besonders bei Anne Hubinger, bei der in der Schlussphase nichts mehr ging. Auch bei der Rechtsaußen Fabienne Kracht, die fast alle ihre Würfe im Tor von Anne Voigt unterbrachte war dann Schluss. Anne hatte sich auf die Gäste besser eingestellt und hielt dann auch sichtlich besser. Das war dann der nötige Rückhalt für die entscheidenden letzten 10 Minuten. Hier bekam die Heimmannschaft die zweite Luft und konnte die Tordifferenz auf sieben Tore ausdehnen. Während die Gäste bei ihren vielen Siebenmetern jetzt scheiterten, konnte Halle weiterhin sicher verwandeln. Außer von Loraine kam die Torgefahr in der Schlussphase auch von den jüngsten Spielerinnen Sandra Hildebrand und Isa Sophia Rösicke, die nächste Woche mit der B-Jugend um den Landesmeistertitel in Dessau spielen.
In einem sehr torreichen Spiel konnte Halle dieses Hinspiel doch überraschend klar gewinnen. Trotzdem wird es im Rückspiel sehr schwer an diese tolle Leistung anzuknüpfen. Es sollte aber das Ziel aller sein, denn welche Mannschaft kann schon nach zwei Spielen diesen Landesmeistertitel erreichen.
Burkhard Gräßler
Anne Voigt, Loraine Hellriegel 19, Isa Sophia Rösicke 7, Sandra Hildebrandt 3, Monja Baudis, Bianca Reinl 2, Michelle Liedtke, Anne Michel 4, Thea Schwarz 5
Siebenmeter 9/8 und Zeitstrafen 8x2 Minuten