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Mitteldeutsche Zeitung, 27.02.2010

Personalnot vor dem Derby

Union-Trainer Arne Kühr fährt mit nur sieben Feldspielerinnen zum HSC Magdeburg

Arne Kühr ist zu beneiden. Derby-Stimmung? Dieses Kribbeln vor dem speziellen Duell? Fehlanzeige. "Da ich Thüringer bin, geht mir die ganze Aufregung etwas ab", sagt der Handball-Trainer des Zweitligisten Union Halle-Neustadt.

"Aber natürlich verstehe ich jeden in unserem Verein, bei dem vor der Auseinandersetzung mit dem Landesrivalen der Puls etwas schneller schlägt. Dennoch werden auch im Derby nur zwei Punkte vergeben."



Judy Martins (links) Treffsicherheit ist am Sonntag gefragt. (FOTO: MZ)
Sicherung des Playoff-Platzes

Seine Spielerinnen fiebern dem Sachsen-Anhalt-Derby am Sonntag in der Barleber Mittellandhalle (Anwurf 16 Uhr) beim HSC 2 000 Magdeburg jedenfalls entgegen. Doch von völliger Lockerheit ist die Vorbereitung beim Tabellendritten weit entfernt. Es geht um die Sicherung eines Playoff-Platzes.

Und den Union-Coach plagen ernste Personalsorgen. "Ich fahre am Sonntag mit zwei Torhüterinnen und sieben Feldspielerinnen nach Barleben", sagte der Trainer. Und in einem Anflug von Galgenhumor fügte er an: "Einen Wechselfehler kann ich also nicht machen."

Vier Partien hat das Team von Kühr bis zum Saisonende noch vor der Brust, drei davon auswärts. Und schon jetzt wird deutlich, dass sich die Verletzungssorgen über diese Phase hinziehen werden. Eileen Uhlig und Zofia Fialekova liegen mit Virusinfektionen flach und werden angesichts des zu erwartenden Trainingsrückstandes drei bis vier Wochen fehlen.

Die holländische Auswahlspielerin Silvia Hofmann ist wegen ihres beim Spiel in Recklinghausen angebrochenen Fingers ebenso nicht einsatzfähig wie Simona Roubinkova. Die Kniebeschwerden der Spielführerin haben sich als so dramatisch erwiesen, dass Arne Kühr sagt: "Sie muss wahrscheinlich operiert werden. Damit wäre die Saison für Simona beendet."

Keine Verstärkung aus der Zweiten

Aus der Reserve will er keine Spielerinnen abziehen, "denn da wird am Sonntagmittag gegen Isenhagen im Kampf um die Quali-Plätze für die Regionalliga auch jeder gebraucht". So steht für den Union-Trainer fest: "Wir gehen als absoluter Außenseiter ins Spiel.

Vielleicht überraschen wir Magdeburg aber, denn wir kommen mit einer Truppe, die so noch nie zusammen gespielt hat." Der Gastgeber, der als Neunter noch im Abstiegskampf steckt, will Revanche nehmen für die Hinspielschlappe. In Halle hatte Union 32:22 gewonnen.



Mitteldeutsche Zeitung
 

Frank Schuster
erstellt am 27.02.2010

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