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Dramatisches Spiel bei den Spreefüxxen in Berlin

Wildcats erreichen Achtelfinal im DHB Pokal

Die Wildcats konnten das erste Pflichtspiel im Jahr 2010 im DHB-Pokal gegen die Spreefüxxe aus Berlin mit 27:25 für sich entscheiden. In einer dramatischen Pokalpartie mussten die Wildcats mehrere Rückschläge verkraften. Die einzige mitgefahrene Torfrau Janice Fleischer verletzte sich in der 28. Minute so schwer, dass sie nur noch von der Bank aus zusehen konnte, wie Junioren-Nationalspielerin Loraine Hellriegel ihren Job in der zweiten Halbzeit übernahm. Mit einer 11:10-Führung gingen die Wildcats in die Halbzeit. Im zweiten Spielabschnitt überzeugten die Gäste aus Halle durch eine engagierte Abwehrleistung und ein konsequentes Angriffsspiel. Auch die Rote Karte an Peggy Hesse brachte die Wildcats nur kurzzeitig aus dem Spielrhythmus. Als acht Minuten vor Schluss die Gastgeber allerdings mit zwei Toren führten, glaubte keiner mehr an ein Weiterkommen ins Achtelfinale. Ein furioser Endspurt und ein starker Mannschaftsgeist sorgten aber für ein letztes Aufbäumen und belohnten die Wildcats am Ende mit einem verdienten Auswärtssieg.

Ohne Juliane Nagel (Grippe) und demzufolge nur mit einer Torhüterin reiste der SV UNION Halle-Neustadt am Samstagabend zum Pokalspiel in der 3. Runde des DHB-Pokals nach Berlin. Da auch noch die Regionalligamannschaft des SV UNION Halle-Neustadt im Pokal vertreten ist, konnte Arne Kühr keine andere Torhüterin aus der zweiten Mannschaft mitnehmen. Aber auch bei Berlin nahmen nicht alle Stammspieler an der Pokalpartie teil. Sandra Woyciezack, die torgefährlichste Spielerin der Spreefüxxe, saß über die gesamte Spielzeit nur im Trainingsanzug auf der Bank. Die 129 Zuschauer in der Anton-Saefkow-Halle sahen gerade in der ersten Halbzeit eine mäßige Pokalpartie. Die Gäste aus Halle hatten vor allem im Angriffsspiel viele Abstimmungsprobleme, sodass sich die technischen Fehler immer mehr einschlichen. Bis zur zehnten Minute konnte sich keine Mannschaft nennenswert absetzen. Die Wildcats gingen durch zwei Tore in Folge von Loraine Hellriegel erstmals nach 12 Minuten mit 7:5 in Führung. Der Trainer der Spreefüxxe, Edgar Fahrenwald, nutzte dies als Grund für seine Auszeit und stellte seine Mannschaft neu ein. Er schonte auch teilweise seine besten Spielerinnen. So nahm er bereits in der ersten Halbzeit Franziska Müller und im zweiten Spielabschnitt Alexandra Sviridenko immer mehr aus dem Spiel. In der 20. Minute konnte dann Silvia Hofman nach ihrer langen Verletzungspause endlich wieder ins Geschehen eingreifen. Die niederländische Nationalspielerin sollte der bisher nicht ganz so funktionierenden Wildcats-Abwehr mehr Stabilität geben. Schrecksekunde dann in der 28. Minute, als ein lauter Schrei durch die Anton-Saefkow-Halle ging. Torfrau Janice Fleischer hatte sich bei einer unglücklichen Bewegung eine vermutlich schwere Verletzung am Kreuzband zugezogen. Für die 31-jährige Schlussfrau der Wildcats war somit das Spiel beendet. Da Arne Kühr nur eine Torfrau zur Verfügung stand, musste schnell gehandelt werden und man schickte Juniorennationalspielerin Loraine Hellriegel ins Tor. „Ich hab mal in der D-Jugend im Tor gestanden und will im Training auch immer aus Spaß die Siebenmeter halten“, so die 18-jährige Außenspielerin nach dem Spiel.
Mit einer 11:10 Führung ging es für die Wildcats in die Kabine. „Ich habe meiner Mannschaft in der Halbzeit gesagt, dass wir vor allem eine aggressive und engagierte Abwehr in der 2. Halbzeit brauchen, um Loraine zu unterschützen“, so Arne Kühr.
Bereits beim Anwurf war zu sehen, dass jetzt eine andere Mannschaft des SV UNION auf dem Parkett stand. In der Abwehr wurde hart gearbeitet, sodass der Berliner Angriff kaum eine Lücke sah. „Wir haben auf jedes Gegentor ein schnelles eigenes Tor nachlegen können, somit sind wir immer im Spiel geblieben.“ In der 44. Minute musste man sich dann auch noch von Kreisspielerin Peggy Hesse verabschieden, die nach ihrer dritten Zeitstrafe die Rote Karte zu sehen bekam. Die Wildcats kämpften weiterhin verbissen, gerieten aber dann acht Minuten vor Schluss doch noch mal mit 21:23 ins Hintertreffen. Berlin spielte in den letzten zehn Minuten wieder in ihrer vollen Besetzung mit Alexandra Sviridenko und Franziska Müller. Sophia Eisenkolb, Zofia Fialekova und dann Anja Stör drehten das Spiel innerhalb von zwei Minuten, sodass vier Minuten vor Schluss die Wildcats mit 24:23 führten. Es deutete alles auf einen Pokalkrimi hin, hinzu kam, dass Zofia Fialekova in der 57. Minute noch eine Zeitstrafe bekam und die Wildcats in der Schlussphase somit in Unterzahl waren. Berlin konnte allerdings aus dem Spiel heraus keine Tore mehr erzielen, sie blieben immer wieder an der offensiv ausgerichteten Abwehr der Wildcats hängen. Nur zwei Siebenmetertore konnten die Gastgeber bis zur Schlusssirene erzielen. Die Wildcats dagegen spielten konsequent ihre Angriffe aus und so konnten Sophia Eisenkolb und Anja Stöhr mit der Schlusssirene den 27:25-Pokalsieg perfekt machen. „Ich bin absolut zufrieden mit der Einstellung, die die Mannschaft vor allem in der zweiten Halbzeit gehabt hat. Jeder hat gekämpft und es war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Ich bin vor der zweiten Halbzeit zu Loraine Hellriegel gegangen und habe zu ihr gesagt: ‚Du musst nur fünf Bälle halten, den Rest übernimmt die Abwehr vor dir‘, und genau das hat sie auch gemacht“, so ein stolzer Arne Kühr nach dem Spiel. Das Achtelfinale wird an dem Wochenende 13.02/14.02.2010 ausgetragen. Am kommenden Sonntag treffen die Wildcats aber erneut auf die Spreefüxxe. Im Rückspiel der 2. Bundesliga wird man dann allerdings mit einer anderen Berliner Mannschaft rechnen müssen. Anwurf in der Unihalle ist um 16:00 Uhr.

Erfolgreiche Wildcats: Fleischer, - Stöhr 4, Henkel 4, Roubinkova 4, Hesse 3 1/1, Uhlig 3/3, Hellriegel 3, Eisenkolb 2, Fialekova 2, Hofman 1, Martin, Aubrecht


 

Marcel Gohlke
erstellt am 10.01.2010

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