Am 23.03.2019 wurde in der Turnhalle der KGS Humboldt in Halle die Landesmeisterschaft der weiblichen C-Jugend ausgetragen. Mit dem HSV Magdeburg, der HG 85 Köthen und dem SV UNION Halle-Neustadt traten die besten Mannschaften der Bezirke an, um sich den begehrten Titel des Landesmeisters zu holen. Alle Mannschaften sind mit mehreren Auswahlspielerinnen bestückt und somit war allen klar, dass dieses Turnier spannend werden wird. Das es am Ende so eng werden wird und die Entscheidung über das Torverhältnis gehen würde, war dann doch so nicht absehbar.

Im ersten Spiel mussten wir auch gleich gegen den leichten Favoriten HSV Magdeburg antreten. Die Mädels waren daher von der ersten bis zur letzten Minute auch hochkonzentriert. Beiden Teams merkte man die Umstellung an, ohne Haftmittel spielen zu müssen. Dadurch waren in der Anfangsphase einige Fehlwürfe zu sehen, trotz der gut herausgearbeiteten Chancen. Dies sollte aber der Mannschaft nicht den Mut nehmen und die Mädels gingen immer beherzter in der Abwehr ran und konnten somit mehrere Konter optimal nutzen. Mit einem kleinen Polster von 6:3 gingen wir in die Halbzeit. In der Kabine wurden die Mädels für das gute Spiel gelobt und noch einmal motiviert, die nächsten zwanzig Minuten konzentriert weiterzuspielen. Dies gelang den Spielerinnen in der Abwehr voll und ganz, wobei jetzt auch die Torhüter immer besser ins Spiel kamen und die Bälle von außen das ein und andere Mal parierten. Unser Angriff war wieder geprägt von einigen kleinen technischen Fehlern, die der HSV jedoch nicht nutzen konnte und wir somit immer mindestens zwei Tore in Führung lagen. Die Partie endete mit einem knappen, aber doch verdienten Sieg für uns mit 8:7.

Mit diesem Sieg hatten wir es in der Hand, uns den Titel zu holen bzw. mindestens Zweiter zu werden. Da Köthen mit 16:10 gegen Magdeburg verlor, war uns allen klar, dass ein Sieg gegen Köthen reichen würde, um die Landesmeisterschaft zu gewinnen.

Nach der ersten Partie waren alle gut gelaunt. Dennoch wurde der Zeigefinger gehoben, da die HG 85 Köthen nichts mehr zu verlieren hatte und auch sehr gute Spielerinnen in ihren Reihen, wie zum Bespiel Gerda Kairyte,Sarah Ulrich, Friederike Försterling, Helene Schulte-Varendorf oder Abelina Lingner (TW).  Die Mädels aus Köthen spielten befreit auf und nutzen fast durchweg konsequent alle erspielten Chancen. Bei unseren Mädels sah man nun neben kleinen Unsicherheiten, auch einige Abstimmungsprobleme in der Abwehr. Mit einer genommenen Auszeit wollten wir etwas dagegen tun. Die Mädels setzten nun einiges um und konnten sich einen zwei Tore Vorsprung erspielen. Da in der 15.Minute ein klarer Siebenmeter nicht gegeben wurde, konnten die starken Köthener Spielerinnen wieder zurück ins Spiel kommen und recht schnell ausgleichen. Somit hieß es zur Halbzeit 9:9. In der Kabine sah man nun eine deprimierte Mannschaft. Wir versuchten, die Mädels in der Halbzeitpause wieder aufzubauen. Alles war noch möglich, wir hatten es noch selber in der Hand. Mit der Umsetzung der taktischen Hinweise und dem Teamgeist sollte es doch noch möglich sein, unser Ziel zu erreichen.

Was dann in der zweiten Halbzeit passiert ist, kann keiner so richtig nachvollziehen, der Faden war voll weg. Jeder spielte nur noch für sich und nicht für das Team. Klare Anweisungen wurden ignoriert und nicht umgesetzt, dass machte den Gegner nur noch gefährlicher. Köthen spielte sich jetzt in einen Rausch und bestrafte jeden Fehler knallhart. Das Resultat war eine verdiente Niederlage mit 15:22. Mit der Niederlage kann man leben, aber nicht damit, wie sie zustande gekommen ist. Auch mit einer Niederlage hätten wir als Zweiter das Ziel, Mitteldeutsche Meisterschaft erreichen können, das Torverhältnis hat dies jedoch verhindert.

Aber, wenn man sich schon nach zehn Minuten aufgibt, kann das auch nichts werden. Nun hoffen wir, dass die Mädels durch diese Erfahrung stärker in die nächsten Partien gehen und dann auch bis zum Schlusspfiff kämpfen. Auf diesem Weg möchten wir dem HSV Magdeburg und HG 85 Köthen Glückwunsche aussprechen und viel Erfolg in der Mitteldeutschen Meisterschaft wünschen.

Redaktion: Karsten Bräunlich

Fotos: Conny Westphal und Jens Wagner