Champions League, EHF-Pokal und Bundesliga – das Wochenende hielt einmal mehr viel für die Mannschaften der Handball Bundesliga Frauen bereit. Während der Thüringer HC und die TuS Metzingen international punkten konnten, schaffte national der SV Union Halle-Neustadt den ersten Punktgewinn. Das Feld im Tabellenkeller ist eng beeinander, Platz 7 ist gerade einmal zwei Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt.

Der Thüringer HC hat die Hauptrunde der EHF Champions League erreicht. Dem deutschen Meister reichte vor heimischer Kulisse ein 26:26-Unentschieden gegen RK Krim Mercator, da Titelverteidiger Györ entsprechende Schützenhilfe leistete und HC Podravka Vegeta mit 37:17 (17:9) die Grenzen aufzeigte. “Es war im wahrsten Sinne des Wortes ein Herzschlagfinale. Wir haben gekämpft bis zur letzten Minute und nie aufgegeben. Und es hat bis zur letzten Minute gedauert, bis wir den Ausgleich geschafft haben, aber wir haben ihn geschafft und immer daran geglaubt”, erklärte THC-Coach Herbert Müller auch mit Blick auf den Spielverlauf, wo der Bundesligist zur Pause mit 14:16 im Hintertreffen war. Unter der Woche hatten sich die Thüringerinnen noch zu einem 24:23 (11:9) gegen Borussia Dortmund gezittert. Die Westfälinnen spielten am Wochenende im EHF-Pokal, doch das 18:19 (9:10) bei Titelverteidiger SCM Craiova reichte nach der 17:19-Hinspielniederlage nicht aus.

Mit einem klaren 24:32 (13:14) gegen CSM Bucuresti hat die SG BBM Bietigheim die diesjährige Gruppenphase der EHF Champions League beendet. Die Enztälerinnen hatten schon in der Vorwoche alle Hoffnungen auf den Einzug in die Hauptrunde begraben müssen. “Wir mussten unsere Aufstellung durch das Fehlen von Kim Naidzinavicius und Maura Visser ändern und haben dennoch eine tolle erste Halbzeit gespielt. In der zweiten Halbzeit kam Bukarest besser ins Spiel und hat verdient gewonnen”, so Bietigheims Cheftrainer Martin Albertsen, dessen Team nur bis zum 18:16 Schritt halten konnte. In der Liga hatten die Württembergerinnen mit 32:30 (18:11) bei der HSG Blomberg-Lippe gewonnen.

In der Gruppenphase des EHF-Pokals ist auch die TuS Metzingen dabei. Die Ermstälerinnen gewannen nach dem 28:19-Sieg in Tschechien auch das Rückspiel gegen den DHK Banik Most mit 35:24 (15:13) klar für sich entschieden. “Das war eine sehr ordentliche Leistung. Der Ball lief gut”, sagte Metzingens Coach André Fuhr und meinte damit die zweite Halbzeit. Mit der ersten konnte er nicht zufrieden sein. Aber wie sagte es Patricia Kovacs: “Man sollte es nicht so negativ sehen.” In der Liga hatte man unter der Woche die HSG Bad Wildungen Vipers klar mit 33:20 (17:11) in die Schranken gewiesen und den Kontakt zu den beiden verlustpunktfreien Topteams Thüringer HC und SG BBM Bietigheim, die Ende Januar noch das Spitzenduell im Enztal nachholen, gewahrt.

Auf Rang vier folgt mit zwei Punkten weniger Frisch Auf Göppingen, die bei den HSG Bensheim/Auerbach Flames zur Pause noch mit 10:15 im Hintertreffen waren, aber dann in der zweiten Halbzeit einen 29:28-Auswärtserfolg erkämpfte. “Irgendwann lief es plötzlich. Unsere Abwehr stand stabil und ließ Bensheim nicht mehr so einfach von außen einlaufen wie in Hälfte eins”, bilanzierte Göppingens Johanna Schindler, während Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm einräumen musste: “Wir haben in der 1. Halbzeit richtig gut gespielt und haben alles das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir sind dann sehr, sehr schlecht aus der Halbzeit gekommen und haben in der 2. Hälfte in der Abwehr überhaupt keinen Zugriff mehr bekommen. Wir kriegen zwölf Tore, machen selber aber nur noch fünf.”

Einen weiteren Punkt dahinter folgt dann der TSV Bayer 04 Leverkusen, der sich beim TV Nellingen mit 30:25 (14:10) behaupten konnte und damit nun zwei Zähler Vorsprung auf Borussia Dortmund liegt. “Es war nicht so leicht, wie es aussah. Die Hornets haben sich gut zurückgekämpft und kamen auf 10:12 heran, aber zum Glück sind wir dann wieder auf vier Treffer weggekommen und diesen Abstand hatten wir über die meiste Zeit der zweiten Hälfte”, bilanzierte Robert Nijdam, Trainer der Werkselfen. Nellingens Interimstrainer Nico Kiener meinte: “Wenn man die ersten fünf Minuten nimmt, liegt es nur daran, dass bei Leverkusen jeder Schuss drin war und bei uns jeder bei Nele Kurzke gelandet ist. Wir haben viele Torchancen gehabt und Leverkusen auch, wir haben sie nicht konsequent verwertet, da war Leverkusen besser.”

Mit dem zweiten Sieg in Serie ließ die Neckarsulmer Sport-Union den Achtplatzierten VfL Oldenburg mit einem 38:27 (22:16) klar auflaufen und kletterte auf Rang 10. “Das Team hat es versäumt, sich mit einer guten Leistung in die annähernd sechswöchige Pause zu verabschieden. Traditionell stehen in den nächsten zwei Monaten die Planung und die Gespräche für die Saison 2019/20 an. Da werden wir Etliches auf den Prüfstand bringen müssen”, polterte VfL-Manager Peter Görgen nach dem Spiel, in dem der Pokalsieger ohne Toptorjägerin Angie Geschke agieren musste. “Auch wenn wir wie Oldenburg mit vielen technischen Fehlern nicht gut ins Spiel gekommen sind, kommen wir irgendwann ins Laufen und bestimmen das Spiel. Oldenburg hat so viel probiert und wir konnten immer eine Antwort geben”, freute sich NSU-Coach Pascal Morgant.

Neckarsulm ist nach Pluspunkten gleichauf mit Bensheim/Auerbach, den Bad Wildungen Vipers und TV Nellingen, hat aber noch ein Nachholspiel vor heimischer Kulisse gegen den Buxtehuder SV am 26. Januar zu absolvieren. Der BSV kam gegen das Schlusslicht SV Union Halle-Neustadt nicht über ein 29:29-Unentschieden hinaus. Nach einem 11:6-Start geriet der BSV mit acht Gegentoren in Folge in Rückstand, holte sich dann aber nach dem 14:18-Halbzeitrückstand doch wieder die Führung zurück und lag beim 29:27 noch in Führung. “Meine Mannschaft hat mentale Stärke bewiesen und wir haben nie aufgegeben”, freute sich Wildcats-Trainerin Tanja Logvin nach dem ersten Punktgewinn in der laufenden Saison, während BSV-Coach Dirk Leun einräumte: “Ich entschuldige mich. Der Punktverlust geht auf meine Kappe. Ich muss am Ende die Auszeit nehmen. Das war ein schwerer Fehler von mir.”